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Wissenswertes über Wasserwerte

PH- Wert, Elektrische Leitfähigkeit, Gesamthärte, Carbonathärte, Ammonium, Nitrit, Nitrat, Phosphat, Kupfer, Eisen, Chlor, Sauerstoff

PH- Wert

Er zeigt das Säure-Basen-Verhältnis im Wasser an. Im Süßwasser bestimmen meistens die Kohlensäure und der Kalkgehalt den pH-Wert. Ein pH-Wert von 7,0 zeigt neutrale Verhältnisse an, bei denen sich die Säure und Laugen ausgleichen. Durch natürliche Einflüsse, wie z.b. die Photosynthese der Pflanzen, kann der pH-Wert schwanken.

Der exakte mathematische Zusammenhang lautet: pH-Wert = negativer dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration (pH= -lg[H]

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990 - nicht unter pH 6,5 und nicht über 9,5

Einleitung je nach gesetzlichen Bestimmungen: pH 6-9

Koi – Teich: pH 7-8,8

Elektrische Leitfähigkeit

Sie wird vom Gehalt an gelösten Salzen beeinflusst. Je mehr Salze in einem Wasser gelöst sind, umso besser leitet dieses Wasser den elektrischen Strom. Das häufigste natürliche Salz im Leitungswasser ist meistens Kalk. Bei mittelhartem Wasser tritt eine Leitfähigkeit von ungefähr 400 bis 600 µS/cm (gesprochen: mikro Siemens je cm) auf. Durch mischen von Leitungswasser mit deionisiertem Wasser kann der Kalkgehalt und damit die Leitfähigkeit beliebig gesenkt werden.

Gesamthärte

Sie wird vom Gehalt an Calcium- und Magnesiumsalzen bestimmt. Regenwasser ist weich, Wasser aus kalkhaltigen Regionen hart. Die Gesamthärte wird in °dGH (Grad deutsche Gesamthärte) gemessen.

Härtegrade
0-4 °d
4-8 °d
8-12 °d
12-18 °d
18-30 °d
30 °d und höher
Art des Wassers
sehr weich
weich
mittelhart
ziemlich hart
hart
sehr hart

Carbonathärte

Sie ist der Teil der Gesamthärte, der als Kalk (Carbonat oder Hydrogencarbonat) vorliegt. Sie wird in °dKH (Grad deutsche Carbonathärte) gemessen. Da der Kalkgehalt zusammen mit der Kohlensäure den pH-Wert einstellt (puffert) sollte die Carbonathärte im mittleren Bereich von 3-10 °dKH liegen.

Ammonium

Stickstoff ist ein Baustein in tierischen und pflanzlichen Eiweiß. Beim dem Zerfall toter tierischer und pflanzlicher Organismen und durch Ausscheidungen entsteht bei bakteriellem Eiweißabbau ständig Ammonium. Bestimmte Bakterien oxidieren das Ammonium zu Nitrit, andere verarbeiten Nitrit zu Nitrat, der ungiftigsten Variante im Kreislauf. Dieser Vorgang wird als Nitrifikation bezeichnet. Dabei benötigen die Bakterien Sauerstoff, den sie dem Wasser entziehen. Der gesamte Vorgang funktioniert nur, wenn immer ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. ( gerade deswegen ist eine zusätzliche Belüftung des biologischen Teil der Filteranlage von Vorteil )

Ammonium ist in Konzentrationen um 1 mg/l für Koi in unseren Gewässern nicht toxisch, solange der pH-Wert nicht über 8 ansteigt. Zusätzlich spielt auch die Wassertemperatur eine Rolle. Je wärmer das Wasser und je höher der pH-Wert ist umso mehr geht das Ammonium in das giftige Ammoniak über. Bei der Fischbrut sind schon Werte von 0,2 mg/l gefährlich.

Ammonium kann als erstes bei einem neuen Filter gemessen werden.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 0,5mg/l

Koi-Teich: < 0,1 mg/l kurzfristig ( 14 Tage) bis max. 0,5 mg/l

Nitrit

Im Kreislauf des Stickstoff tritt Nitrit als Zwischenstufe der Nitrifikation auf. In naturgelassenen, gut durchlüfteten Gewässern ist es kaum in Konzentrationen über 0,1 mg/l anzutreffen. Kurzfristige Ausnahmen ergeben sich durch Gewitter. Die bei denn elektrischen Entladungen in der Luft entstandene Stickoxide gelangen mit dem Regen ins Wasser.

Ist die Nitrifikation gestört, so wird das von Bakterien aus dem Ammonium gebildete Nitrit nicht sofort durch die entsprechende Bakterienpopulation zu Nitrat weiteroxidiert, es kommt zu einem Nitritstau. Dies geschieht vor allem in der Einfahrphase einer neuen Filteranlage.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 0,1mg/l

Koi-Teich: < 0,1 mg/l kurzfristig ( 14 Tage) bis max. 0,5 mg/l

Senkung des Nitritwertes durch Wasserwechsel!!!! (Wassertemperaturen beachten)

Nitrat

Reichert sich als Endstufe des Eiweiß-Abbaus an. Bei gutem Pflanzenwuchs nehmen die Pflanzen alles anfallende Nitrat als Dünger auf. Hohe Nitratwerte im Wasser sind unnatürlich und belasten die Fische. Koi stellen ihrem Wachstum ein. Nitrate kommen in Mengen bis zu 20 mg/l in den meisten Grund- und Oberflächenwässern vor.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 50 mg/l

Koi-Teich: < 50 mg/l

Senkung des Nitratwertes durch Wasserwechsel!!!! ( Wassertemperaturen beachten)

Phosphat

Phosphat kommt mit dem Fischfutter in den Teich. ( Koi-Power enthält kein Phosphat)

Das Leitungswasser kann evtl. auch phosphathaltig sein. Wasserpflanzen nehmen Phosphat als Dünger auf. Geringer Koi-Besatz und kräftiger Pflanzenwuchs ist eine gute Voraussetzung für einen geringen Phosphatgehalt im Wasser. Phosphate in der Natur stammen aus Gesteinen oder Niederschlägen.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 6,7 mg/l

Koi-Teich: < 0,2 mg/l

Kupfer

In natürlichen Wässern befindet sich Kupfer normalerweise nur in sehr kleinen Konzentrationen. Im Wasser liegt das Kupfer in ein- oder zweiwertiger Form vor. Kupfer gehört zu den starken Fischgiften. Daher keine Einleitung des Regenwassers über eine neue Kupferdachrinne!

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 3 mg/l

Koi-Teich: < 0,05 mg/l

Eisen

Trinkwasser und Brauchwasser müssen frei von Eisen sein. Jeder Boden enthält Eisenverbindungen! Essentielle Anforderungen und toxische Grenzwerte liegen eng beieinander.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 3 mg/l

Koi-Teich: < 0,05 mg/l

Chlor

In der Natur kommt Chlor in freier Form nicht vor. Chlor ist ein gelbgrünes Gas, das außerordentlich reaktionsfähig auch organisches Gewebe zerstört. In Wasser gelöst bildet es Hypochloritionen der Sauerstoff abspalte. Chlorhaltiges Wasser sollte durch eine Brause in den Teich eingebracht werden. Wasseraufbereitungsmittel zum Schutz der Schleimhaut der Koi sollten zugesetzt werden.

Grenzwerte:
Trinkwasserverordnung (TVO) von 1990: 0,1 mg/l

Badewasser nach DIN 19643: 0,3 – 0,5mg/l!!!!!!!!!!

Koi-Teich: 0,00 mg/l

Sauerstoff

Sauerstoff hat für alle biologischen und chemischen Vorgänge im Süßwasser eine überragende Bedeutung. Abhängig von der Temperatur kann das Wasser unterschiedlich viel Sauerstoff aufnehmen. Damit Fische und Mikroorganismen, ( z.b. Filterbakterien) nicht unter Sauerstoffmangel sollten immer genügend Sauerstoff zur Verfügung stehen.

Temperatur in °C

mg / l *

Temperatur in °C

mg / l *

0

14,58

16

9,87

1

14,22

17

9,66

2

13,83

18

9,47

3

13,46

19

9,28

4

13,11

20

9,09

5

12,77

21

8,91

6

12,45

22

8,74

7

12,14

23

8,58

8

11,84

24

8,42

9

11,56

25

8,26

10

11,29

26

8,11

11

11,03

27

7,97

12

10,78

28

7,83

13

10,54

29

7,69

14

10,31

30

7,56

15

10,08

 

 

* Sauerstoffkonzentration der luftgesättigten Flüssigkeit bei einem Luftdruck von 1013 mbar

Grenzwerte:

Koi-Teich: > 5 mg/l

 

 

Zunahme der Koi-Herpesvirus-Nachweise in Niedersachsen
Koi-Herpesvirusinfektionen (KHV), auch als Koi-Seuche oder Koi Herpes Disease (KHD) bezeichnet, spielen seit 1998 bei der Haltung von Koi-Karpfen eine wichtige Rolle. Erstmals wurde das Koi-Herpesvirus 1998 in Israel nachgewiesen. Seitdem konnte eine weltweite Verbreitung beobachtet werden. Der Erreger wurde im Jahr 2000 von Ron Hedrick an der Davis-Universität in Kalifornien, USA als Herpesvirus beschrieben. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Virus mit dem Herpesvirus cyprini, das bereits 1990 in Japan beschrieben wurde, identisch ist.
KHV-Infektionen können je nach Wassertemperatur und in Abhängigkeit weiterer Umweltbedingungen, die auf die Immunabwehr einwirken, zu großen Verlusten in Koi-Karpfenbeständen führen. In Israel wurde beobachtet, dass dieses Virus sich nicht nur auf Koi-Karpfen beschränkt, sondern auch Nutzkarpfen infizieren kann.
Die Task-Force Veterinärwesen, Fachbereich Fischseuchenbekämpfung, kann aus den Jahren 2000 und 2001 über jeweils einen KHV-Nachweis berichten. Im ersten Halbjahr 2003 wurden bereits fünf Fälle bestätigt. Weitere fünf Nachweise in Niedersachsen erfolgten über die Tierärztliche Hochschule Hannover, Fachgebiet Fischkrankheiten und Fischhaltung. Deutschlandweit waren im Zeitraum vom 1. Januar 2003 - 30. Juni 2003 insgesamt 65 KHV-Infektionen bei Koi zu verzeichnen. In den Monaten Juli bis September gab es alleine in Niedersachsen 17 Neuinfektionen. Für das Jahr 2004 konnte im Bundesland Niedersachsen bis September sechs Fälle in Koi-Beständen bestätigt werden.
Das Koi-Herpesvirus wurde im Jahr 2003 auch in vier deutschen Nutzkarpfenbeständen nachgewiesen. In diesem Zusammenhang sei auf eine strikte seuchenhygienische Trennung von Nutzkarpfen- und Koibeständen hingewiesen. Seit Anfang November 2003 gibt es Meldungen, dass das Koi-Herpesvirus in japanischen Nutzkarpfenbeständen ausgebrochen ist. Es wurden in der Präfektur Ibaraki am Lake Kasumigaura hohe Verluste verzeichnet. Über 1000 t Karpfen sind bereits verendet!
Eine Expertengruppe der EU-Kommission hat sich im Jahr 2002 noch dagegen entschieden, die Koi-Seuche in die Liste II des Anhangs A der Richtlinie 91/67/EWG aufzunehmen. Die aktuelle Entwicklung hierzulande und die Tatsache, dass nunmehr auch Nutzkarpfenbestände betroffen sind, könnte diese Diskussion jedoch erneut anfachen.
Krankheitsverlauf
Akute KHV-Infektionen können zu hohen Verlusten führen. Nach Ausbruch erkranken und verenden die Tiere innerhalb weniger Tage. Die Inkubationszeit beträgt mindestens fünf bis sieben Tage. Im Temperaturbereich zwischen 18°C und 25°C werden die höchsten Verlustraten beobachtet. Bei Temperaturen von über 30°C und unter 4°C (in vitro Bedingungen) scheint das Koi-Herpesvirus nicht infektiös zu sein. Der Krankheitsverlauf wird aber auch durch weitere Umwelt- und Haltungsbedingungen (Wasserqualität, Besatzdichte, Stress) entscheidend beeinflusst. In den meisten Fällen wird das Virus durch Neuzugänge von Fischen in den Bestand verschleppt.
Das klinische Bild ist durch hochgradige Schleimhautablösung (siehe Abbildung 1), auch im Kiemengewebe, geprägt.
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Abb. 1

Die Haut der Fische ist rau (Sandpapiereffekt) und trocken. Im späteren Stadium kann sich eine Kiemennekrose (siehe Abbildung 2) entwickeln.
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Abb. 2

Die Fische sind apathisch, fressen nicht mehr und liegen teilweise regungslos auf dem Beckenboden (siehe Abbildung 3). Nach wenigen Tagen sterben sie. Je nach Umweltbedingungen und Krankheitsstadium können auch einige oder gar alle der genannten Symptome fehlen.
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Abb. 3
Die PCR zur Untersuchung auf Koi-Herpesvirus (Abbildung 4) wurde ebenso zum Nachweis von VHSV und IHNV (anzeigepflichtige Fischviren) im VI Hannover des LAVES etabliert und ergänzt ab August 2003 das Untersuchungsspektrum der Fischvirologie.
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Abb. 4




Diagnose
Fischpathogene Viren werden üblicherweise mittels zellkultureller Untersuchungen nachgewiesen. Beim Koi-Herpesvirus ist diese Methode nur bedingt einsetzbar. Eine vermutlich hohe Spezifikation und Wandlungsfähigkeit des Erregers führt trotz Verwendung spezifischer Zelllinien zu falsch negativen Ergebnissen. Die PCR (Polymerase Kettenreaktion) besitzt eine größere Empfindlichkeit. Es werden dabei Bruchstücke des Virusgenoms molekularbiologisch nachgewiesen. Die Kombination dieser Untersuchung mit der klinischen Begutachtung lässt eine Aussage über ein mögliches Vorhandensein des Virus zu. Bei einem negativen Ergebnis bietet aber auch diese Methode keine 100%ige Sicherheit. Herpesviren sind in der Lage sich im Organismus zu "verstecken" und lassen sich dann unter Umständen auch mittels PCR nicht nachweisen.
Vorbeugung
Als wichtigste präventive Maßnahme gilt der Zukauf von Fischen aus gesunden Beständen. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) empfiehlt seinen Mitgliedern die Durchführung von Stichprobenuntersuchungen in importierten Koi-Populationen. Auch viele dem Verband nicht angeschlossene Koi-Händler lassen ihre Importe auf KHV untersuchen. Größere, wertvolle Tiere müssen für die Untersuchung nicht getötet werden. Eine durch den Tierarzt, unter Anästhesie des Fisches entnommene, reiskorngroße Menge Kiemenmaterial wird dazu zur PCR-Untersuchung ins Labor verbracht.
Nach einer Infektion haben sowohl der Teich, als auch das Filtersystem geleert und ordnungsgemäß desinfiziert zu werden. Es ist zu empfehlen den Teich anschließend mindestens drei Monate ohne Fischpopulation zu belassen. Erst dann darf wieder mit einem Fischbesatz begonnen werden.
Gegen das KHV sind zur Zeit keine geeigneten Impfstoffe auf dem Markt. Vom Zukauf sogenannter immunisierter Koi ("durchseucht") muss aus Sicht des LAVES, Task-Force Veterinärwesen, Fachbereich Fischseuchenbekämpfung vorerst abgeraten werden. Zur Durchseuchung werden Fische bereits im Jugendstadium mit dem Virus in Kontakt gebracht (Challenge). Überlebende Fische sollen dabei eine Immunität gegen das Virus entwickeln. Es liegen jedoch zur Zeit noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, dass diese Fische nicht auch Carrier (Überträger) und Ausscheider werden.
Es wird empfohlen, auf unnötigen Zukäufe zu verzichten. Die teichhygienischen Vorbeugemaßnahmen müssen optimiert werden. Wenn Fische erworben werden sollen, müssen diese aus gesicherten und untersuchten Herkünften stammen